21-07-2007 - 26-07-2007
Wien - Großglockner - Wien
7 Bundesländer in 5 Etappen

Schon voriges Jahr wollte ich mein Manko, noch nie am Großglockner gewesen zu sein, ausmerzen. Da kam mir leider das schlechte Wetter dazwischen. Heuer passt das Wetter und so schnappe ich mir mein Rennrad und mache mich, zum ersten mal mit Gepäck (Lenkertasche und Rucksack wiegen ein wenig mehr als 9 kg ), auf zum Glockner.


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Ausserdem ist diese Fahrt zugleich die letzte Vorbereitung für Paris-Brest-Paris im August. Deshalb habe ich mir vorgenommen, mich nicht allzu sehr zu verausgaben und mehr nach dem Motto 'a steady pace makes the race' zu fahren.

Tag 1: Wien - Judenburg 257km, 1.610 hm

Kurz vor halb acht mache ich mich Richtung Judenburg auf. Dort habe ich mir am Vortag ein Zimmer reserviert. Die 240km bis dorthin sollten, da ich mir eine direkte und ziemlich flache Route augesucht habe, bis am frühen Abend gemütlich zu fahren sein.

Wenig spektakulär, da gewohnt, die Landschaft zu Beginn. Erst als sich die ersten Hügel zeigen, wird es abwechslungsreicher.



Zum vergrössern klicken. Die Temperaturen an diesem Tag erreichen bis zu 35 Grad. Dies macht sich nicht nur am Wasserverbrauch - etwa 7 Liter - bemerkbar, sondern auch an der sinkenden Leistung. Beim ersten Anstieg über Schott-Wien spüre ich auch das ungewohnte zusätzliche Gewicht des Gepäcks das erste mal...

In Kapfenberg erwische ich die falsche Abzweigung und radle dadurch zusätzliche 24km, die ich mir gerne erspart hätte...

Tag 2 : Judenburg - Feldkirchen 131km, 2.063 hm

Über den Obdacher Sattel geht es nach Kärnten. Das Klippitztörl fordert mit seinen bis zu 13% Steigungen mehr Kraft als geschätzt.


Zudem ist es heute wieder sehr heiß. Die Abfahrt bringt auf Grund des schlechten Asphaltes auch keine wirkliche Abkühlung durch den Fahrtwind, da ich permanent auf der Bremse stehe.. ;-). Weiter an der Burg Hochosterlitz vorbei bekommt mein Kreislauf kleine Probleme, die mich beschließen lassen, mir nach nur 131 km ein Zimmer in Feldkirchen zu suchen, und den Tag gemütlich ausklingen zu lassen - man ist ja schließlich auf Urlaub...

Tag 3 : Feldkirchen - Lienz 176km, 2.414 hm

Heute steht das erste Highlight meiner Tour an - die Nockalmstraße.
Nach der ersten Steigung des Tages nach Oberboden hinauf, geht es bis zum Beginn der Nockalmstraße stets leicht bergab bis flach.



Nach einem nicht allzu leichten Anstieg freue ich mich auf die Abfahrt. Dass es nach ein paar km wieder stark bergauf geht, hätte mir vorher wer sagen sollen...

Eine schöne Aussicht und die kühle Brise auf über 2000 Meter Höhe entschädigen für die Strapazen.

Dafür geht es jetzt bis Spittel an der Drau nur bergab. Und obwohl ein starker Süd-Westwind weht, komme ich gut voran. Mein heutiges Ziel in Lienz ist nur noch 70 flache km durch das Drautal entfernt. Ein "Klacks" möchte man meinen. Doch die einzige Straße durch das Drautal - die E66 - ist nur von Rennradfahrern zu befahren, denen Ihr Leben nicht mehr lieb ist. Also wähle ich den - als bestens ausgebaut und durchgehend asphaltiert beschriebenen - Drautalradweg, der sich leider auf mehr als 20 km teilweise grob geschottert präsentiert. Da macht das Rennradfahren nicht wirklich Spaß...



Da für den nächsten Tag der Durchzug einer Kaltfront mit Starkregen angesagt wurde, verbringe ich einen Ruhetag in Lienz.

Tag 4 : Lienz - Bischofshofen 138km, 3.167 hm

Heute ist es so weit. Der Großglockner steht an.
Um sieben verlasse ich das Hotel. Es hat in der Nacht ziemlich abgekühlt. Die gleich nach Lienz beginnende Steigung auf den Iselsberg vertreibt aber die Kälte aus meinen Knochen schneller als mir lieb ist...



In Heiligenblut stärke ich mich noch einmal und gehe dann den Anstieg an. Ich muss sagen: Bei den wenigen Bergen, die ich heuer gefahren bin - da zieht sich der Hügel ganz schön...





Dass sich der Verkehr am Glockner zeitweise ausmacht wie um 17:00 auf der Ringstraße, hätte ich so nicht erwartet. Ein schwerer Verkehrsunfall mit einem Motorradfahrer zwingt mich zu einer etwa einstündigen Pause, da die Straße komplett gesperrt wird.



Auch die B311 zwischen Zell am See und St. Johann ist nicht gerade wenig befahren. Und auch hier ist der Radweg nur teilweise asphaltiert. Ich fahre noch bis Bischofshofen weiter und suche mir dort ein Quartier.

Tag 5 : Bischofshofen - Tulln 352km, 2.107 hm

Es ist Zeit zum heimfahren. Und so beschließe ich, bis nach Hause durchzufahren. Die auf der Karte errechneten 350km sollten vor Einbruch der Dunkelheit zu schaffen sein.

Obwohl ich Frühstück für 1/2 7 bestellt habe, serviert meine etwa 70-jährige Zimmervermieterin das Frühstück eine Stunde später - aber was solls. Durch die Salzburger Dolomitenstrasse und den Pass Gschütt erreiche ich bald Bad Ischl. Am Traunsee mache ich eine kurze Rast und vertilge meine zwei kurz davor erworbenen Zimtschnecken.



Über so viele Nebenstraßen wie möglich fahre ich die Strecke Gmunden - Steyr - Amstetten - Melk. Da ich mir schon sicher bin, nicht bei Tageslicht mein Ziel zu erreichen, fahre ich nach Krems, um dann am Donauradweg Richtung Tulln zu rollen. Dies erscheint mir sicherer als mit meiner spärlichen Beleuchtung (habe nur die Stirnlampe mit) auf der Bundesstrasse zu fahren. Kurz vor 22:00 Uhr bin ich nach 1054km und 11361hm in 5 Tagen wieder zu Hause.
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